Etwas hat sich verschoben.
- Claudia Gysi

- 5. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit
„Wenn du dein volles Potenzial entfalten möchtest, musst du deine Geschichte aus einem neuen Blickwinkel betrachten.“– Gerald Hüther
Dieser Satz trifft genau das, womit ich mich in meiner Arbeit beschäftige. In der Wesensfotografie geht es für mich nie darum, jemandem ein neues Bild zu geben, sondern darum, den Blick zu verschieben. Ein anderer Winkel, der sichtbar macht, wer man ist, wenn man sich nicht mehr über alte Muster definiert.
Ich frage mich in letzter Zeit immer wieder, was eigentlich passiert, wenn wir uns über Jahre mit einer Identität verbinden, die irgendwann nicht mehr mit uns mitgewachsen ist. Eine Rolle, die uns Halt gegeben hat, aber irgendwann enger geworden ist, als wir zugeben wollten. Man bleibt oft einfach drin, weil sie vertraut ist, und weil sie bis jetzt immer funktioniert hat, auch wenn man längst spürt, dass dieser Rahmen die Bewegung und unsere weitere Entfaltung einschränkt.
Ich selbst erlebe gerade an mir, wie sehr ich mich an alte Strukturen binde, die eigentlich gar nicht mehr zu mir passen. Wie eine Geschichte, die nicht mehr aktuell ist. Die letzten paar Jahre habe ich mich angepasst, mir meine Situation schön gerückt, weil es leichter war, als mich mit dem Neuen Unbekannten zu beschäftigen. Mit dem was zwar innerlich spürbar ist, doch noch nicht greifbar ist. Und was gewinnt am Ende? Die Angst, wenn ich zugeben muss, dass ich mich verändert habe und nicht weiss, wie der nächste Schritt aussieht, oder der innere Antrieb, der zu mir sagt, ich öffne mich jetzt für neue Möglichkeiten, damit mein Wesenskern wieder strahlen kann.
Mit der Kamera arbeite ich genau dort. Während ich dir zuhöre, suche und spüre ich ganz intuitiv den "Neben-bei-Klick" um dir eine andere Perspektive auf deine neue Identität zu geben, damit du deinen Blick-Winkel neu ausrichten und dich anders sehen kannst.
Dieser Moment kann irritieren, weil er ehrlich und neu für dich ist. Aber in dieser Ehrlichkeit liegt Strahlkraft. Und plötzlich wird sichtbar, wie viel Potenzial blockiert war, nur weil der Blick noch im Alten hing. Genau in diesem Shift begleite ich dich, vom gewohnten Selbstbild in dein echtes. Und genau diese echten Bilder, unterstützen dich in deiner Sichtbarkeit ob online oder offline.
In den letzten Wochen hat sich bei mir persönlich viel bewegt. Ich merke, wie ich aus einer alten Rolle herauswachse und mich immer stärker in eine neue Identität hineinbewege.
Ich arbeite aktuell 12–13 Stunden am Tag an meinen Iris Portrait Days. Es ist intensiv, manchmal anstrengend und herausfordernd, neue Perspektiven einzunehmen und meinen Blickwinkel zu verändern. Und trotzdem fühlt es sich befreiend an – wie ein eigenes „Baby“, das zu mir passt und meine Wesensfotografie im little-different-Groove abrundet.
Mir ist wichtig, dass ich mit meiner Art zu fotografieren auch das Unsichtbare (auf dem Bild) sichtbar mache.
In mir passiert grad etwas Spannendes: Ich werde mutiger. Ich sage Ja zu neuen Projekten, obwohl ich (noch) keine Ahnung habe, wie sie sich entwickeln werden.
Und genau da fängt ja die Lebendigkeit und Lebensfreude an, nicht wahr?




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